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Radiologie und Nuklearmedizin Ludwigshafen

Otto-Stabel-Straße 2-4
67059 Ludwigshafen

Samariumtherapie

(nuklearmedizinisches Therapieverfahren)

Die Samariumtherapie ist eine Strahlentherapie, die durch Bestrahlung von Knochenmetastasen schmerzlindernd wirkt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schmerztherapien wirkt sie nicht betäubend. Knochenmetastasen sind häufig stoffwechselaktiv und bilden neue Knochensubstanz durch Einlagerung von Calcium und Phosphat. Indem man therapeutische Substanzen verabreicht, die der Körper nicht von für den Knochenaufbau wichtigen Stoffen unterscheiden kann, lagern die Knochenmetastasen das verabreichte Therapeutikum gezielt ein.

Bei dem Therapeutikum handelt es sich um 153Samarium (153Sm). Das in die Knochenmetastasen eingelagerte Samarium zerfällt radioaktiv und zerstört durch die freigesetzte ß-Strahlung die umgebenden Metastasen. Da diese Strahlung nur eine Reichweite von wenigen Millimetern hat, wird das umliegende, gesunde Gewebe weitgehend geschont.
 

Die schmerzreduzierende Wirkung der Radionuklidtherapie setzt normalerweise erst 3 bis 7 Tage nach der Injektion ein. Anfänglich sollte die bis dahin übliche (Schmerz-) Medikation deshalb aufrecht erhalten werden, bevor sie in der Regel im weiteren Verlauf deutlich reduziert werden kann. Die Wirkung der Radionuklidtherapie mit 153Sm hält bis zu vier Monaten an, im Einzelfall auch länger.
 

153Sm ist ein Radionuklid, welches zur Schmerzlinderung bei Knochenmetastasen (Tochtergeschwülsten des eigentlichen Tumors im Skelett) eingesetzt wird. Viele Patienten erhalten gegen diese Schmerzen stark wirksame Medikamente (z. B. Opiate) und leiden unter den zahlreichen Nebenwirkungen. Die Samariumtherapie stellt eine wirksame und sehr gut verträgliche alternative Behandlungsmöglichkeit dar, die sich seit Jahren bei Lungen-, Prostata- und Bronchialkarzinom bewährt hat.

Aus Sicht des Patienten ist keine spezielle Vorbereitung auf die Samariumtherapie nötig.

Allerdings muss vor der Behandlung eine Skelettszintigraphie durchgeführt werden. Mit dieser Untersuchung wird sichergestellt, dass die befallenen Knochen die Wirksubstanz auch wirklich anreichern.

Zusätzlich wird ein Blutbild erstellt, um zu überprüfen, ob ausreichend Blutplättchen und weiße Blutkörperchen vorhanden sind.

Wichtig ist auch eine ausreichend gute Nierenfunktion, da die nicht angelagerten Radionuklidreste innerhalb weniger Stunden mit dem Harn ausgeschieden werden.
 

Wichtig:

Schwangere und stillende Frauen dürfen nicht behandelt werden.

153Sm wird als radioaktive Injektionslösung in eine Vene verabreicht. Diese gelangt nach der Injektion in das befallene Knochengewebe und wird dort aufgenommen. 24 Stunden nach der Injektion wird ein Ganzkörperszintigramm (Bild) erstellt.

Die Kosten für die Untersuchung und die Therapie übernimmt in der Regel die gesetzliche oder auch die private Krankenversicherung.

Bild: Szintigraphische Aufnahme bei Samariumtherapie

Bild: Szintigraphische Aufnahme bei Samariumtherapie nach 24 Stunden